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„Die Freude suchen "
Impuls
Ende Mai jährte sich der Todestag von Paul Gerhardt zum 350. Mal. Der bekannte evangelische Liederdichter kannte schwere Zeiten: Krankheit, Verlust, Trauer und die Folgen des Krieges prägten sein Leben. Und vielleicht schrieb er gerade deshalb mehr als 100 Lieder voller Trost, Vertrauen und Hoffnung.
Besonders gern mag ich das Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Es passt so wunderbar in diese beginnende Sommer- und Urlaubszeit. Die Natur steht in voller Blüte, vieles lädt zum Aufatmen und Staunen ein. Paul Gerhardt lenkt den Blick auf das Gute, das Schöne und die Gaben Gottes mitten im Alltag.
Dazu gehören oft die kleinen Dinge: Ein Eis in der Sonne, warme Abende auf dem Balkon oder im Garten, Vogelstimmen am Morgen, der Duft frisch gemähter Wiesen, ein Spaziergang im Grünen oder das Lachen von Kindern draußen im Sommer. Solche Momente schenken Kraft und erinnern daran, wie viel Schönes uns umgibt.
Dabei geht es nicht darum, Schweres zu verdrängen oder unter den Teppich zu kehren. Hoffnung entsteht nicht aus dem Übersehen der Sorgen, sondern aus dem Vertrauen, dass Gottes Güte und Liebe größer sind als das, was uns belastet.
Vielleicht ist genau das eine gute Einladung für diese Wochen: Bewusst die Sonne genießen, Zeit mit lieben Menschen verbringen, die Natur wahrnehmen und offen bleiben für kleine Freuden und Lichtblicke im Alltag.
Eine gesegnete Sommerzeit, mit Zuversicht, Erholung und vielen guten Erfahrungen wünscht
Inga Schönfeld
Pastorin, Stabsstelle Seelsorge
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.
(Paul Gerhardt)