Zehn Jahre Orientierung für neuzugewanderte EU-Bürger:innen in Bremen

14. August 2026

Verein für Innere Mission in Bremen begleitet seit 2016 Menschen beim Ankommen in der Hansestadt

Seit zehn Jahren unterstützt der Verein für Innere Mission in Bremen neuzugewanderte EU-Bürgerinnen und EU-Bürger bei ihren ersten Schritten in der Hansestadt. Was 2016 als neues Beratungsangebot unter dem Namen BINNEN begann, hat sich mittlerweile zu einer zentralen Anlaufstelle mit der besonders wichtigen Lotsenfunktion entwickelt. Die Beratenden vermitteln Orientierung, begleiten und unterstützen den Zugang zu bestehenden Hilfs- und Regelangeboten der Stadt. Seit Beginn der Beratungsarbeit im Jahr 2016 konnten mehr als 5.800 Menschen erreicht, beraten und begleitet werden.

Mittlerweile wird die Arbeit im Rahmen des Projekts Fair-BINNEN fortgeführt. Das Beratungsangebot begleitet neuzugewanderte EU-Bürger:innen und ihre Familien bei Fragen rund um Wohnen, Arbeit, Sprache, Gesundheit und Familie. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich im deutschen Hilfesystem zurechtzufinden und ein selbstbestimmtes Leben in Bremen aufzubauen. Die Beratung erfolgt kostenfrei, vertraulich und in zahlreichen europäischen Sprachen.

Ein besonderes Angebot ist die Einrichtung von Postadressen für Menschen, die anfangs keine eigene Meldeadresse nachweisen können. Für viele Ratsuchende schafft dies erst die Voraussetzung für ein eigenes Bankkonto, einen Miet- und Arbeitsvertrag und Behördenangelegenheiten zu regeln, und generell erreichbar zu sein. Mehr als 4.000 Menschen konnten dieses Angebot bislang in Anspruch nehmen.

Das zehnjährige Bestehen der Beratungsarbeit nimmt der Verein für Innere Mission zum Anlass, im August auf seinen Social-Media-Kanälen Einblicke in die tägliche Arbeit von Fair-BINNEN zu geben und die Geschichten hinter den Zahlen sichtbar zu machen.

Pünktlich zum Jubiläumsjahr hat Fair-BINNEN einen neuen Standort bezogen. Die Beratungsstelle ist vom Brill auf den Sozialcampus Käthe in der Bremer Neustadt umgezogen. Dort profitiert das Angebot von der engen Anbindung an weitere Beratungs- und Integrationsangebote der Inneren Mission und schafft für Ratsuchende zusätzliche Zugänge zu Unterstützungsmöglichkeiten.

Seit seinem Start wird BINNEN aus Mitteln des „Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHaP)“ finanziert. Die aktuelle Förderung läuft bis Juni 2028. Bei Fair-BINNEN sind sieben Mitarbeitende beschäftigt.

Stimmen zum Projekt:

Ute Schneider-Smietana, diakonische Vorständin und Vorstandssprecherin Innere Mission Bremen: „Seit zehn Jahren begleiten wir Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern dabei, in Bremen Fuß zu fassen und Perspektiven zu entwickeln. Dass sich dieses Angebot über unterschiedliche Förderphasen hinweg kontinuierlich weiterentwickeln konnte, zeigt die fachliche Kompetenz und Verlässlichkeit der Inneren Mission. Unsere Mitarbeitenden leisten jeden Tag wichtige Integrationsarbeit für EU-Bürger:innen. Damit stärken wir nicht nur die Teilhabe der Einzelnen, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt.“

Antje Grotheer, Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft:
„Seit zehn Jahren bietet der Verein eine wichtige Anlaufstelle für Menschen aus der EU, die neu in Bremen sind – gerade weil hier in der jeweils eigenen Sprache Beratung angeboten wird. Als Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft bedanke ich mich für ein Jahrzehnt wertvolle Arbeit und als Vorsitzende der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe freue ich mich, dass wir durch unsere Unterstützung die so dringend benötigte Poststelle des Projektes ermöglichen.“

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven:
„Das Projekt Fair-BINNEN bedeutet für mich gelebte Willkommenskultur in Bremen. Gute Starthilfe ist eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft.“