Hitzeschutz für wohnungslose Menschen wird immer bedeutsamer

5. Juni 2026

Verein für Innere Mission appelliert an die Solidarität und fordert Schutzmaßnahmen

Angesichts veränderter Klima- und Witterungsverhältnisse gewinnt der Hitzeschutz für obdach- und wohnungslose Menschen zunehmend an Bedeutung. Darauf weist der Verein für Innere Mission in Bremen mit seiner Wohnungslosenhilfe anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstages am 11. Juni hin.

Sommerliche Temperaturen und damit einhergehende Hitzeperioden treffen obdach- und wohnungslose Menschen besonders hart. Der Asphalt heizt sich auf, Schattenplätze sind rar, der Zugang zu Trinkwasser ist nicht selbstverständlich und häufig erleben obdach- und wohnungslose Menschen an diesen Orten auch Vertreibung. Der Rückzug in die eigene – gekühlte – Wohnung ist ebenfalls nicht möglich. Wasserversorgung, Schatten, medizinische Versorgung und ein sicherer Ort werden an heißen Tagen deshalb schnell zur Überlebensfrage.

Axel Brase-Wentzell, Bereichsleiter der Wohnungslosenhilfe beim Verein für Innere Mission in Bremen, appelliert angesichts dieser Problematiken an die Solidarität in unserer Gesellschaft. Obdach- und wohnungslose Menschen müssten in ihrer Not gesehen und unterstützt werden. „Hitze ist kein abstraktes Problem, sondern eine konkrete und lebensbedrohliche Gefahr für Menschen auf der Straße. Der Gesundheitszustand der Menschen auf der Straße verschlechtert sich durch die Lebensumstände rapide. Ohne gezielte Unterstützungsangebote kann dies tödliche Folgen haben“, warnt Axel Brase-Wentzell.

Um die Situation obdach- und wohnungsloser Menschen in Bremen zu verbessern, kann jede:r Einzelne durch kleine Beiträge dazu mithelfen, dass obdach- und wohnungslose Menschen in Bremen auch bei großer Hitze nicht alleine sind. Spenden helfen, die niedrigschwellige und direkte Versorgung mit Wasser, Elektrolyten, Hygieneartikeln, Sonnencreme, leichter Kleidung und/oder auch Kopfbedeckungen sicherzustellen und die Versorgung zu sichern, Schutz zu schaffen und damit Hoffnung zu geben. Doch es braucht darüber hinaus auch nachhaltige Veränderungen. Der Verein für Innere Mission in Bremen fordert mit seiner Wohnungslosenhilfe deshalb:

  • den flächendeckenden Zugang zu kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Raum
  • die Einrichtung zusätzlicher kühler Aufenthaltsorte und Schutzräume
  • die ganzjährige Ausweitung aufsuchender Hilfs- und Unterstützungsangebote
  • eine gezielte Koordination zwischen der Stadt, den sozialen Trägern und den Gesundheitsdiensten, um gerade die vulnerablen Personen besser zu schützen

Ohne ausreichenden Zugang zu Trinkwasser, Schatten oder kühlen Rückzugsorten steige das Risiko der Dehydrierung, Hitzeschläge und Kreislaufversagen deutlich an, so Axel Brase-Wentzell. „Hitze darf nicht zur Überlebensfrage werden.“