Mehr Selbstbestimmung für die letzte Lebensphase
Wenn Menschen sich Gedanken machen, wie sie am Lebensende versorgt werden wollen, sprechen sie oft mit Angehörigen oder suchen entsprechende Beratungsstellen auf. Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung oder psychischen Erkrankung stoßen bei diesem Thema aufgrund verschiedener Barrieren jedoch schnell an ihre Grenzen.
Um Menschen mit einer Beeinträchtigung trotzdem beraten zu können, hat der Verein für Innere Mission im Bereich Teilhabe Aktiv ein neues Angebot ins Leben gerufen. Menschen, die im Kontext der Inneren Mission Eingliederungshilfeleistungen beziehen, können seit März 2026 eine „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ (GVP) in Anspruch nehmen.
Die beiden Mitarbeiterinnen Katja Richter und Lena Jaeger von der Inneren Mission haben für das neue interne Beratungsangebot eine eigene Weiterbildung durchlaufen. Einfühlsam, behutsam und mit Methoden Unterstützter Kommunikation gehen sie mit ihrem Gegenüber ins Gespräch und klären unter anderem Fragen wie: Was sind meine Wünsche und Vorstellungen, wenn ich krank werde oder sterbe? Was möchte ich auf keinen Fall? Was kann ich jetzt schon entscheiden? „Das alles sind Fragen, die jeder und jede individuell entscheidet. Der eine wünscht keine lebenserhaltenden Maßnahmen, die andere, dass alles Menschenmögliche unternommen wird, um das Leben zu retten. Der Unterschied für Menschen mit Beeinträchtigung ist, dass das Thema häufig sehr abstrakt ist. In den Gesprächen braucht es deshalb eine besondere Ansprache“, weiß Jaeger.
Mit der GVP erhalten Ratsuchende ein strukturiertes Beratungsangebot, um medizinisch-pflegerische Abläufe, Notfallszenarien sowie persönliche Behandlungswünsche frühzeitig zu besprechen. Als Ergebnis können rechtsgültige Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten erstellt werden. Erste Beratungen zu GVP werden bereits durchgeführt.
