Innere Mission begeht Richtfest beim Andreas-Hospiz

30. April 2021

Das Andreas-Hospiz in Horn-Lehe feiert Richtfest: Am 30. April wird der Baufortschritt des diakonischen Hospizes in Bremen mit einer Richtkrone gewürdigt. Das ursprünglich geplante, feierliche Richtfest konnte aufgrund der Pandemiesituation nicht im üblichen Rahmen durchgeführt werden. So blieb es beim Aufstellen der Richtkrone in kleinem Kreis.

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„Die notwendig gewordenen Einschränkungen für das Richtfest bedauern wir sehr, denn wir wissen, wie sehr sich die Menschen im Stadtteil und in der Andreas-Gemeinde auf das Hospiz freuen. Sehr gerne hätten wir die Nachbarschaft und am Bau interessierte Menschen eingeladen. Nun hoffen wir, bei der Eröffnung die Feier mit Gästen nachholen zu können“, wünscht sich Pastor Hans-Christoph Ketelhut, Vorstandssprecher des Vereins für Innere Mission. Für ihn macht die räumliche Nähe zur Andreas-Gemeinde und dem Kirchengebäude dieses Projekt zu einem sehr besonderen. Und auch die konstruktive und gute Zusammenarbeit während der aktuellen Bauphase mit dem Gemeindevorstand unterstreiche die Akzeptanz dieses Bauvorhabens innerhalb der Gemeinde, findet Ketelhut: „Wir sind in allen Fragen sehr von der Gemeinde unterstützt worden und haben vertrauensvoll miteinander gearbeitet.“

Zimmermann Tim Seedorf trinkt aus der Richtfestflasche

Der Schluck aus der Flasche gehört beim Richtfest dazu. Foto: Copyright Kerstin Rolfes

Der diakonische Komplexträger Verein für Innere Mission ist Bauherr des Andreas-Hospizes. Betrieben wird das Hospiz von der mission:lebenshaus gGmbH, eine Hundert-Prozent-Tochter des Vereins für Innere Mission. Das Hospiz, welches für acht Gäste ausgelegt sein wird, entsteht im früheren Bürotrakt des ehemaligen Gemeindehauses der evangelischen Andreas-Kirchengemeinde. Im November 2020 begannen die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen für das Hospiz. Seitdem wurde im Zuge der Vorbereitungen kontinuierlich an der Umgestaltung des Bürotraktes zum Hospiz weitergearbeitet. Mit der Erteilung der Baugenehmigung im Februar 2021 geht es nun mit großen Schritten voran und liegt der Bau im Zeitplan. Sehr zur Freude des kaufmännischen Vorstandes der Inneren Mission, Rolf Klauner: „Die Gewerke haben zuverlässig gearbeitet. Auch dank der guten Zusammenarbeit mit dem Projektbeauftragten Frank Deitschun aus dem Büro Deitschun & Partner konnten alle Zeitvorgaben bislang eingehalten werden.“ Die Übergabe des Andreas-Hospizes an die mission:lebenshaus gGmbH visiert der Verein für Innere Mission zum 1. Oktober 2021 an.

Irene Müller, Geschäftsführerin der mission:lebenshaus gGmbH, schaut voller Freude auf den Fortschritt der Baumaßnahmen und das heutige Richtfest. In vielen Vorgesprächen hat sie mit der Kirchengemeinde den Hospizgedanken und die Arbeit in einem stationären Hospiz am Beispiel ihrer eigenen Einrichtungen erläutert und Fragen beantwortet. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir im Vorfeld dieses Bauvorhabens unsere Arbeit bei zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen vorstellen durften. Die Reaktionen auf das entstehende Hospiz waren immer positiv, was uns jedes Mal in dieser Idee bestärkt hat“, so die Geschäftsführerin. Weiter sagt sie: „Nun freue ich mich sehr, dass hier in der Gemeinde ein Ort entsteht, an dem wir unheilbar erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten dürfen. Die unmittelbare Nachbarschaft zu der Kirchengemeinde ist für uns hierbei ein großes Geschenk.“

Vorstand Rolf Klauner schlägt den Zimmermannsnagel rein

Vorstand Rolf Klauner schlägt den Zimmermannsnagel rein. Foto: Copyright Kerstin Rolfes

Betreut wird das Bauvorhaben durch Frank Deitschun vom Büro Deitschun & Partner. Er hat den Verein für Innere Mission in allen Fragen zum Umbau eng begleitet und beraten. Zum entstehenden Hospiz sagt Projektleiter Frank Deitschun: „Nach Prüfung konnte in enger Abstimmung mit der Kirchengemeinde ein Weg gefunden werden, das Gemeindehaus, welches in den 1970er Jahren errichtet wurde, einer neuen Nutzung zuzuführen. Wesentlich war und ist die Nutzung der Ressourcen aus dem Bestand, die Anpassung an heutige Standards, die der Nutzung entsprechend barrierefrei sein muss, und durch Einsatz von Solarenergie, die dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht wird. Besonderen Wert wurde auf die Gestaltung der Außenanlagen als Bindeglied zwischen Hospiz und Kirchengemeinde gelegt. Die Eingliederung in den Stadtteil mit seinen Anwohnern erfolgte mit Sorgfalt. So wird dem ehemaligen Gemeindehaus und heutigen Andreas-Hospiz eine dauerhafte Möglichkeit gegeben, den Gästen, den Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und den Anwohnern einen Anlaufpunkt zu bieten.“

Für die Andreas-Kirchengemeinde nahmen am Richtfest Pastorin Saskia Schultheis sowie der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Habbo Stark, teil. Beide blicken mit Zuversicht auf das zukünftige Hospiz und freuen sich über den feierwürdigen Zwischenschritt des Richtfestes. „Wir von der Andreas-Gemeinde sind sehr froh, mit dem Hospiz eine christlich-soziale Einrichtung als Lösung für das Gebäudekonzept gefunden zu haben. Das Gebäude ist mit der Zeit und der allgemeinen Entwicklung der Gemeindegröße einfach zu groß für uns geworden. Damit wollen wir als Kirchengemeinde auch zeigen, dass wir die Gebäude der Gemeinde nicht einfach nur verwalten, sondern dass wir verantwortungsvoll und kostenbewusst damit umgehen“, betonen die beiden Gemeindevertreter und benennen einen weiteren Aspekt: „Hinzu kommen noch klimatechnische Vorteile, dass dieses Hospiz nämlich aus einem bestehenden Gebäude entsteht und nicht auf der grünen Wiese von Grund auf neu gebaut werden muss. Hier haben sich viele gute Dinge gefunden und zusammengefügt.“ Weitere Informationen zur mission:lebenshaus gGmbH und ihren Hospizen und weiteren Angeboten finden Sie unter www.mission-lebenshaus.de

Rolf Klauner, Irene Müller, Pastorin Saskia Schultheis und Habbo Stark

Von links: Rolf Klauner, Irene Müller, Pastorin Saskia Schultheis und Habbo Stark. Foto: Copyright Kerstin Rolfes

Informationen zum zukünftigen Andreas-Hospiz:
Das ehemalige Gemeindehaus der evangelischen Andreas-Gemeinde in der Werner-von-Siemens-Str. 55, 28357 Bremen, wird zu einem stationären Hospiz mit acht Gästezimmern umgebaut. Geplant ist neben den individuell gestalteten Gästezimmern inklusive Familien-Appartement auch ein Zugehörigenzimmer.

Die acht Gästezimmer werden sich über ein Souterrain und ein Hochparterre verteilen. Alle Zimmer sind nach Süden ausgerichtet. In jedem Geschoss können vier Personen betreut und begleitet werden. Für die Gästezimmer im Souterrain sind Terrassen geplant. Die Gästezimmer im Hochparterre erhalten großzügige Balkone. Als zentraler Treffpunkt ist eine helle, großzügige Wohnküche geplant. Ebenfalls wird es einen Raum der Stille als Rückzugsraum geben. Die Freiflächen werden die Südseite des Gebäudes durch angelegte Gartenelemente umrahmen.