Impuls zu Pfingsten

Frei werden

Impuls

Frei werden

Die Pfingstgeschichte beendet einen Zustand der Ratlosigkeit und des Wartens.
Sie ist die Geschichte einer Emanzipation.
Die Jüngerinnen und Jünger waren nach der Himmelfahrt allein zurückgeblieben.

Wo ist Gott?

Sie schwanken zwischen Aufbruch oder Rückzug.
Aufbruch in das, was begonnen hatte mit dem Christus.
Dieser neue Blick auf sich selbst und die Welt – wird sich das bewähren?
Nur eine Episode? Etwas das sich nicht beständig zeigt, nur dann und wann?
Nicht greifbar, und deshalb nicht begreifbar?
Oder zurück in das alte Leben mit all seiner Gewohnheit, Mühe, Aussichtslosigkeit?
Und mit seinen Gewissheiten und seiner Beständigkeit?

Also was tun?

Ein Versprechen war ihnen gegeben worden, die „Kraft aus der Höhe“.
Die Pfingstgeschichte erzählt, wie sie entflammt wurden, entbrannt für das Neue.
Mit viel Pathos und Idealismus schildert sie die Begeisterung.

Warum auch nicht?

Gottesbegegnung führt zur Entdeckung eines Vertrauens auf eine neue Logik.
Die Emanzipation liegt im Freiwerden von der Logik der Welt.
Ein Ende des Verstummens.
Kein Raum für den Zweifel.
Sprachfähig werden über alle Grenzen hinaus.
Frei von allen Barrieren des Denkens.
Und im Zutrauen Gottes in die Begeisterten: Ihr seid dran.
Wen wundert‘s, dass man sie als Trunkene gesehen hat.

Jürgen Mann