Seit 1848 mit Liebe und Glauben
Der Pfarrer Johann Hinrich Wichern, bekannt auch als Gründer des Rauhen Hauses in Hamburg, hielt 1848 auf dem Kirchentag in Wittenberg eine denkwürdige Rede, in der er seine Kirche dazu aufforderte, sich verstärkt der sozialen Nöte der Menschen anzunehmen. Landflucht, überfüllte Städte, schlechte hygienische Bedingungen, hohe Arbeitslosigkeit, Frauen- und Kinderarbeit, geringe Entlohnung und damit verbundene Armut kennzeichnen die Zeit.
Wichern führte diese Zustände darauf zurück, dass sich die Menschen immer weiter von Gott entfernt haben. Deshalb forderte er seine Kirche auf, die Menschen zu unterstützen und sie wieder an den Glauben heranzuführen.
Die Liebe gehörte für Wichern untrennbar zum Glauben.
Spontan fanden sich viele, die Wicherns Forderungen unterstützten. Am 21. Januar 1849 besuchte Wichern Bremen und trug seine Vorstellungen in einer Rede vor. Daraufhin gründeten 60 Damen und Herren am 4. Februar 1849 den Verein für Innere Mission in Bremen. Erster Vorstand war Pastor Georg Gottfried Treviranus von der St. Martini Gemeinde.
Schon 1850 unterhält der Verein für Innere Mission 13 Stadtbüchereien, 5 Näh- und Strickschulen für arme Kinder und 40 Damen betreuten Waisenkinder.
1862 erhielt der Verein vom Bremer Senat die Rechte einer "Juristischen Person".
In den folgenden Jahrzehnten wurde die Bahnhofsmission gegründet (24.10.1897), ein Hospiz für wohnungslose Frauen wurde errichtet, in der Löningstraße eröffnete man ein Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen (1.Juli 1907).
Während und nach dem 2. Weltkrieg waren es vor allem Frauen, die die vielfältige Arbeit weiterführten. In den 60er und 70er Jahren kamen Betreuungsangebote für psychisch erkrankte Menschen hinzu.
Die heutigen Arbeitsfelder Altenhilfe, Wohnungslosenhilfe, Hilfen für Menschen mit psychischer Erkrankung und geistiger Behinderung sowie Beratungsangebote haben eine gute Tradition im Verein für Innere Mission. Knapp 500 Mitarbeitende unterstützen die Menschen, die sich an uns wenden.
Wir sind in unserer Arbeit weiterhin dem Anspruch Wicherns verbunden: "Es ist Zeit, dass die Kirche in ihrer Gesamtheit erkenne, die Arbeit der Inneren Mission ist mein; dass sie ein großes Siegel darunter setze, die Liebe gehört mir wie der Glaube."
